Mittwoch, 27. Mai 2026
Das neue Forum im Kloster Mariastein
Ein Ort der Begegnung

Mittwoch, 27. Mai 2026
Ein Ort der Begegnung
Mit dem Forum auf dem neu gestalteten Klosterplatz Mariastein durften wir einen architektonisch markanten und technisch anspruchsvollen Ort der Begegnung mitprägen. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie aus früher Mitwirkung, technischer Kompetenz und enger Zusammenarbeit ein Bauwerk mit starker Identität entsteht.
Das Forum prägt den neuen Klosterplatz wesentlich und zieht bereits beim Betreten die Aufmerksamkeit auf sich. Die Überdachung wirkt präsent und kraftvoll, ohne den Ort zu dominieren.
Für uns war das Projekt weit mehr als eine reine Ausführungsaufgabe. Bereits früh waren wir in den Entwicklungsprozess eingebunden und konnten unsere Kompetenz in entscheidenden Phasen einbringen. Auf Basis des Wettbewerbsentwurfs von Atelier Ehrenklau Hemmerling wurde die Idee gemeinsam mit der Architektin zu einer ausführungsreifen Struktur weiterentwickelt. Dabei flossen die Bestandssituation, Werkleitungen sowie die geotechnischen Rahmenbedingungen früh in die Planung ein.
Mit viel Fingerspitzengefühl entstand die Form in einem präzisen Formfindungsprozess. So konnte die architektonische Idee bewahrt und gleichzeitig eine dauerhafte, robuste Eigenstabilität geschaffen werden.
Früh wurden zentrale Grundlagen für die weitere Projektentwicklung geschaffen: Nutzungsvereinbarung, Projektbasis, Vorstatik und Leitdetails für die Ausführung. Genau darin zeigt sich die Stärke von Bieri: Projekte nicht nur ausführen, sondern aktiv mitzugestalten.
Technisch vereint das Forum mehrere anspruchsvolle Disziplinen. Die Konstruktion basiert auf einer Stahlprimärstruktur mit freigeformter Membranüberdachung. Daraus entstand ein eigenständiges Tragwerkskonzept mit einer spannungsvoll eingesetzten Membran und einem vergleichsweise hohen Stahlanteil.
Ein besonderes Merkmal ist die Dachmembran aus hochtransluzentem PVC-PES-Architekturgewebe mit digital gedrucktem parametrischem Muster. Sie wird damit nicht nur zum funktionalen Bauteil, sondern zu einem wesentlichen Träger der architektonischen Identität.
Auch die technischen Randbedingungen waren anspruchsvoll. Aufgrund der Erdbebenzone mussten insbesondere Stahlbau und Fundation vertieft betrachtet werden. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie wichtig das Zusammenspiel von Architektur, Ingenieurwesen und Spezialplanung ist.
Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Für uns ist das Forum in Mariastein mehr als ein gelungenes Einzelprojekt: Es ist ein sichtbares Beispiel dafür, wie aus technischer Präzision und interdisziplinärer Zusammenarbeit Bauwerke mit hoher gestalterischer und konstruktiver Qualität entstehen.